Taphophil....

Friedhöfe sind traurige und düstere Orte. Sind sie das? Für mich nicht. Ich gehe gerne auf Friedhöfe, je älter sie sind, desto interessanter finde ich sie. Und oft sind sie gerade in Großstädten wahre Oasen der Stille. Ich stelle mir immer vor, was die Grabsteine alles schon erlebt haben und was sie erzählen könnten über die vergangenen Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte. Deswegen gehe ich nie ohne meine Kamera auf einen Friedhof, denn ich liebe es, diese Welt der Stille auf Bildern festzuhalten. Allen, denen es genauso geht, wünsche ich viel Freude beim Ansehen der Fotos auf meinem Blog. Und wer es noch nicht wusste: Die Faszination für Friedhöfe nennt man Taphophilie, was vom griechischen Wort "taphos" (Grab) kommt...




Samstag, 11. Februar 2017

Winterliche Stille

Heute hatte es bei uns geschneit, ziemlich überraschend. Also habe ich mir meine Kamera geschnappt und bin raus gegangen. 

Hier ein paar Schnappschüsse, die ich auf unserem städtischen Friedhof gemacht habe:











Zum o. g, Grabmal: In der Nacht zum 22. März 1933, als die Halterner Bevölkerung den Sieg Hitlers feierte, ereignete sich auf dem Marktplatz bei dem Zusammenstoß zweier LKW eine schwere Explosion. Hierbei kommen die fünf auf dieser Gedenktafel genannten Erwachsenen ums Leben, davon zwei Feuerwehrleute und zwei Polizisten. Die Inschrift lautet: "Die ihr Leben ließen im Dienste der Nächstenliebe bei dem Explosionsunglück am Halterner Rathaus in der Nacht zum 22. März 1933"


Mittwoch, 26. Oktober 2016

St. Bartholomäus Kirche in Dornum

Anfang der Woche waren wir zwei Tage in Ostfriesland, u. a. in Dornumersiel. In Dornum haben wir dann die Kirche St. Bartholomäus besucht und den dazugehörigen Friedhof. Dort steht u. a. eine der größten Orgeln im norddeutschen Raum und eine riesige alte Buche. 










Meine Vorfahren mütterlicherseits kommen ebenfalls aus Westpreussen, aus der Nähe von Danzig.



Donnerstag, 22. September 2016

Zum Herbstanfang


Heute ist Mabon, die Herbst-Tag-und-Nachtgleiche und auch offizieller Herbstanfang.


Das bedeutet es dauert auch nicht mehr lange bis Samhain, dem Tag an dem wir unserer Ahnen gedenken sollen am 31. Oktober. 


Mittwoch, 31. August 2016

Annette von Droste-Hülshoff


Tot ist überhaupt nichts:
Ich glitt lediglich über in den nächsten Raum.
Ich bin ich, und ihr seid ihr.
Warum sollte ich aus dem Sinn sein,
nur weil ich aus dem Blick bin?
Was auch immer wir füreinander waren,
sind wir auch jetzt noch.
Spielt, lächelt, denkt an mich.
Leben bedeutet auch jetzt all das,
was es auch sonst bedeutet hat.
Es hat sich nichts verändert,
ich warte auf euch,
irgendwo sehr nah bei euch.
Alles ist gut.

(Annette von Droste-Hülshoff)



Mittwoch, 27. Juli 2016

Annette von Droste-Hülshoff: Letzte Worte


Geliebte, wenn mein Geist geschieden, 
So weint mir keine Träne nach; 
Denn, wo ich weile, dort ist Frieden, 
Dort leuchtet mir ein ewger Tag! 

Wo aller Erdengram verschwunden, 
Soll euer Bild mir nicht vergehn, 
Und Linderung für eure Wunden, 
Für euern Schmerz will ich erflehn. 

Weht nächtlich seine Seraphsflügel 
Der Friede übers Weltenreich, 
So denkt nicht mehr an meinen Hügel, 
Denn von den Sternen grüß ich Euch!